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Walter W.-R. Franzke

Der Bilderhorter

Walter W.-R. Franzke
Der Bilderhorter.
Roman.

Paperback: Pintas-Verlag.
Frankfurt am Main. März 2018
135x210 mm. 520 Seiten. 12,90 EURO.
ISBN 978-3-945343-13-5

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Vater: Kunsthändler - Sohn: Erbe

 

Der Roman nimmt sich eines bislang immer noch vernachlässigten Kapitels der NS-Zeit an: das des Umgangs mit Kulturgütern in jenen Tagen und später in der Nachkriegsordnung. Im Mittelpunkt stehen zwei Generationen: die der Täter und die ihrer Erben. Der Vater, mit jüdischen Wurzeln und aus einer namhaften Familie stammend, begeistert sich nach seinen Kriegserfahrungen früh für die deutsche Moderne der zwanziger und dreißiger Jahre. Diese Prägung bestimmt auch sein Wirken als junger Museumsdirektor an zwei Wirkungsstätten, bevor ihn die Machtübernahme durch die Nazis einbremst. In der weiteren Folge versucht er sein Glück als Kunsthändler und gibt im Erfolgsrausch seinem bisherigen Werdegang eine völlig neue Wendung.

 

Er verkauft nun „Entartete Kunst“ ins Ausland, einen Teil davon behält er für sich und baut sich damit u.a. den Grundstock für eine eigene Sammlung auf. Danach ist er im Führerauftrag und für einige deutsche Museen unterwegs, kauft nach deren Vorstellungen auf dem Kunstmarkt vor allem in der französischen Hauptstadt günstig neoklassizistische Kunst ein. Das Entnazifizierungsverfahren und die Verhöre durch die Monuments Men bringen eine vorübergehende Phase des persönlichen Stillstands, enden aber für ihn dennoch günstig. Am Ende wird er wieder Direktor eines bekannten Kunstvereins im Rheinland und erhält vom Central Collecting Point der Amerikaner seine Sammlung zurück.

Allein ein früher Unfalltod beendet diese erstaunliche Lebensgeschichte. Unerwartet müssen seine Ehefrau und zwei Kinder das Erbe antreten. Erst einmal wird weiter der bisherige Schein gewahrt, das Erwachsenwerden des Nachwuchses bringt dann einen Wegzug aus dem Rheinland mit sich. Schon beim Verpacken des Umzugsguts dämmert dem Sohn, dass eines Tages eine Erbschaft auf ihn und seine Schwester zukommen wird, die vom Wert her äußerst attraktiv ist, aber eine gewisse Brisanz in sich trägt. Doch noch lebt die Mutter und so kann er zum ersten Mal nach eigenen Vorstellungen sein Leben gestalten, was ihm ein nahezu glückliches Intermezzo beschert.

Mit ihrem Ableben beginnt dann aber endgültig ein völlig neuer Abschnitt für ihn. Er muss in der Wohnung der Verstorbenen die Beerdigung vorbereiten und sich dann auf den Weg nach Düsseldorf machen, wo bereits der Vater seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Auf der gemeinsamen Fahrt mit der Schwester und ihrem Mann kommen sie an den verschiedensten Orten aus der Vergangenheit vorbei, die ganz zwangsläufig sehr lebendige Rückblicke auslösen. In den Dialogen und einzelnen Erinnerungsfetzen treten die unterschiedlichen Charaktere der beiden Protagonisten deutlich zutage.

Am Rhein beginnen die beiden Ebenen zu verschmelzen, die Verabschiedung der Mutter lässt das gleiche Zeremoniell für Vater nochmals lebendig werden. Nach der Trauerfeier beginnt ein Leben in Angst, dass Teile der Sammlung gestohlen oder durch Zufall entdeckt werden können. Jeder Besuch, ob Nachbarin oder Handwerker, wird zur schweißtreibenden Angelegenheit. Er entwickelt im Lauf der Zeit entsprechende Schutzroutinen, die allerdings soziale Kontakte so gut wie ausschließen. Allein seine Schwester und der Hausmeister sind notgedrungen seine einzigen Ansprechpartner. So bleibt ihm nichts anderes übrig, in der restlichen Zeit mit seinen "Kindern" zu sprechen, wie er seine Kunstwerke nennt.

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